|
Die Feuerwehr seit 1828
Bereits vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1870 waren die
Affinger Bürger und die Behörden bestrebt, Brandunfälle
zu verhindern und bei Bränden erfolgreich einzuschreiten. Aus alten
Aufzeichnungen und Urkunden wird deutlich, daß alle Ortsbewohner
zu Feuerlösch- und Rettungsdiensten verpflichtet waren und daß
auch Feuerlöschübungen mit Einweisungen an den Werkzeugen und
Gerätschaften durchgeführt wurden. Außerdem waren Hauseigentümer
unter Androhung von Strafen verpflichtet, Feuerlöscheimer in ihren
Anwesen bereitzuhalten.
Daneben gab es wohl seit Jarhunderten die sogenannte Kirchenwacht; Bürger,
die während des Gottesdienstes an Sonn- und Feiertagen aufkommende Brände
zu achten und diese gegebenfalls zu melden hatten.
Die weitere Forschung über die Feuerwache, amtlich beurkundet als
Kirchenwacht, ergab, daß auf Beschluß vieler Gemeinden die
Kirchenwachen seit dem Jahre 1903 offiziell eingeführt sind.
Zur richtigen Durchführung wurden sie von den Gendarmeriestationen und
von den Pfarrämten überwacht.
Erste Aufzeichnungen des kgl. Bezirksamtes Aichach und der Gendarmeriestationen
liegen im bayer. Staatsarchiv seither vor. Diesen Unterlagen entsprechend,
war auch für Affing eine turnusmäßige Pflichtwache eingeführt, die jedoch
hier von seiten der Gendarmerie oder der Pfarherrn nicht beanstandet wurde.
In anderen Gemeinden waren Beanstandungen vermerkt.
Die wohl seit Jahhunderten eingeführte Kirchenwacht hatte die Aufgabe,
während des Gottesdienstes an Sonn- und Feiertagen sofort alle aufkommenden
Brandfälle zu melden.
Als äußeres Zeichen seines Auftrages trug dieser Wächter einen dicken
Eichenstock, an dessen unterem Ende eine eiserne, oval geschmiedete Spitze
war.
Dieser Stock wurde, beginnend von Hs. Nr. 1, von Straße zu Straße, von
Nachbar zu Nachbar weitergeleitet. Nach jeder Wache bekam der nachfolgende
Nachbar diesen Stock hinter die Haustüre gestellt, damit er die Wache
nicht vergessen sollte. Es war jeder Hausbesitzer oder ein von ihm bestimmter
Vertreter zur Wache verpflichtet. Mit den zunehmenden Telefonanschlüssen
ist seit etwa 1955 die Kirchenwache eingestellt.
Die Freiwillige Feuerwehr seit 1870
Auf Anregung des damaligen Pfarrherrn Josef Feller und des Grafen Maximilian
von Gravenreuth kam 1870 eine Einigung mit den Bürgern zustande.
Die mehr als 100jährige Geschichte der freiwilligen Feuerwehr begann
mit der Eingabe durch den Grafen am 15. März 1870 an das kgl. Bezirksamt
in Aichach, in der festgestellt wurde, daß sich bereits 81 Mitgieder
in die Wehr eingeschrieben haben. Nach drei Tagen wurde diese Eingabe
genehmigt und ein segensreiches Wirken erwartet.
Es dauerte dann noch 25 Jahre, bis sich die Wehr eine Standarte beschaffen
konnte. Als sehr geschichtsträchtig darf heute diese Standarte bezeichnet
werden, deren Beschreibung nun folgt: Unter der vergoldeten Standartenspitze
finden sich auf einer Seite der Fahne auf roter Seide gestickt die Worte:
" FREIWILLIGE FEUERWEHR AFFING - 1895".
In den Ecken stehen die Worte: "FROH - FREI"
Die anderen Fahnentuchseite zeigt, auf roter Seide gestickt, einen Helm
mit gekreuzten Äxten und ein Seil. Die umgebende Schrift lautet:
"GOTT ZUR EHR - DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR"
Seit dem Jahre 1899 ist die Wehr Mitglied des Bayer. Feuerwehr-Landesverbandes,
damals unter dem Protektor Prinzregent Luitpold von Bayern. Etwa um das
Jahr 1905 wurde an das ehemalige Schweizerhaus ein Wehrgerätehaus
mit zwei Toren angebaut, in dem die angekauften Hand- und die zwei bespannten
Feuerlöschspritzen untergebracht wurden.
Noch beim Schloßbrand im Jahre 1927 waren die bespannten Spritzen eingesetzt.
Im Jahre 1928 kaufte Max Kasimir Freiherr von Gravenreuth für sein
Gut und für die Wehr die erste tragbare Motorspritze, der später
eine zweite folgte, die von der Gemeinde im Jahre 1939 erworben wurde.
Die bespannten Spritzwagen mußten von je 8 Mann gepumpt werden.
Während des 2. Weltkrieges, als die meisten Männer im Kriegseinsatz
waren, mußten auch Fauen Dienst in der Feuerwehr tun. In der Nachkriegszeit
konnte erst in mühevoller Arbeit wieder eine ordentlich funktionierende
Wehr errichtet werden.
1957 wurde eine gebrauchte DKW-Kraftspritze gekauft.
Der unentwegten Mühe des Kommandanten Wallner ist es zu danken,
daß im Jahre 1959 der erste Motorspitzen-Anhänger vom Typ VW
TS 8/8 durch die Gemeinde angekauft wurde, dem innerhalb von 10 Jahren
noch zwei Anhänger folgten, und daß im Jahre 1963 eine neue
Fahne beschafft werden konnte.
Die Mühe und Gedult des Kommandanten Wallner zur Modernisierung
der Wehr lohnte sich, als im Jahre 1968 durch die Gemeinde an der Stelle
des alten Schweizerhauses ein neuzeitliches Löschgerätehaus
errichtet und feierlich eingeweiht werden konnte. Vorher hat die Gemeinde
das Grundstück mit Zufahrtsstraße vom Herrn Baron angekauft.

Aufnahmebestätigung des Herrn Max Reitmaier von Affing in die
Freiwillige Feuerwehr, vom 9. Juni 1873, durch Vorstand Max Graf von Gravenreuth
und Hauptmann Daibler.
Unter Kommandat Karl Jakob konnte 1973 ein neues Einsatzfahrzeug angeschaft
werden. Am 2. Juni 1973 fand auf dem Affinger Sportplatz die feierliche
Einweihung des modernen Feuerlöschwagens, einem Opel Blitz LF 8, statt.
Im Besitz der Feuerwehr befinden sich zu dieser Zeit weiter eine Leiter
mit Anhängevorrichtung und drei Motorspritzenanhänger. Seit dem
Neubau des Gerätehauses steht auf dem Dach eine Alarmsirene. Nach
den geforderten Umweltschutz- und Brandbekämpfungsmaßnamen
von seiten der Landratsämter wurde auch ein Alarmsteuergerät
installiert. Von einer Zentralstelle der Landpolizei aus werden damit
bei Brandfällen alle angeschlossenen Sirenen der Ortschaften automatisch
ausgelöst, und über einem im Feuerwehrhaus angebrachten Lautsprecher
wird jeweils der Brandort bekanntgegeben.
Der Alarmempfänger wurde 1988 erneuert.
1979 wurde, ebenfalls unter Kommadant Jakob, die Anschaffung eines neuen
Feuerwehrfahrzeuges - eines TLF 16/24 - bei einem zweitägigen Fest,
das am 30.9.

Eine ganz besondere Rarität im Besitz der freiwilligen Feuerwehr
Affing: Motorspritze aus dem Jahre 1929. Eine Anschaffung des Freiherrn
von Gravenreuth für die Affinger Wehr nach dem schlimmen Schloßbrand.
Sie vermochte einiges zu leisten: Förderhöhe 60 Meter, Fördermenge
600 Liter pro Minute. Zum 125jährigen Gründungsjubiläum
wurde sie restauriert.
und 1. Oktober stattfand, gebührlich gefeiert. Die Einweihung am
Sonntag , den 1.10., mit kirchlichem Segen durch Herrn Pfarrer Bartenschlager
fand im Feuerwehrhaus und einem Zelt, das davor aufgebaut war, statt.
Nachmittags wurde eine große Schauübung abgehalten.
Das Vorgängerfahrzeug ging an die Freiwillige Feuerwehr Haunswies über.
1987 wurde die Feuerwehrfahne aufwendig repariert.
1990 Rücktritt der kompletten Vorstandschaft und des Kommandanten
Karl Jakob. Die neugewählte Führungsmannschaft hat sich eine
Neustrukturierung der Wehr und Modernisierungsmaßnahmen der Gerätschaften
und des Feuerwehrhauses als Ziel gesetzt.
Seit 1990 finden jährlich Sanitätskurse für die Aktiven statt.
1991 wurde mit der Renovierung des Feuerwehrhauses und dem Ausbau des
Dachgeschosses begonnen. Um den Einsatz des Löschfahrzeuges im Winter
zu gewährleisten, wurde eine Fußbodenheizung erforderlich.
1992 konnten die umfangreichen Umbaumaßnahmen mit Hilfe von etwa
2000 geleisteten Arbeitsstunden der Aktiven und mit großzügiger
Unterstützung Affinger Bürger abgeschlossen werden. Die gesamte
Baumaßnahme stellt einen Wert von ca. 250000 Mark dar.
Bei den Einweihungsfeierlichkeiten am 4. und 5. Juli 1992, mit rund 600
Gästen, wurden der im Dachgeschoß eingerichtete Schulungsraum mit Teeküche
und neue Sanitärräume ihrer Bestimmung übergeben.
1992 konnte außerdem eine Jugendfeuerwehr aktiviert werden.
1993 ist die Freiwillige Feuerwehr Affing Gründungsmitglied bei
dem am 17. September stattgefundenem Zusammenschluß von 50 Feuerwehren
zum Kreisfeuerwehrverband Aichach-Friedberg.
Erste-Hilfe-Lehrgang von 22 Aktiven durch Sanitäts-Kreiskollonnenführer
Erich Menhardt.
1994 erfolgte die Eintragung als Verein.
Die Feuerwehrstandarte von 1895

Die Feuerwehrfahne von 1963

Nun noch einige Alte Fotos!!! |